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 Post subject: Stecklingsvermehrung
PostPosted: Wed May 11, 2005 11:21 pm 
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Joined: Sat Jul 17, 2004 12:56 am
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Also, ich war heute auf einen kleinen Vortrag der Österr.Gartenbau Gesellschaft.
Obwohl ich natürlich nicht alles so rüberbringen kann, wie's uns gezeigt wurde, schreibe ich mal das nieder was haften blieb Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen bei zukünftigen Versuchen.

Stecklingssubstrat
Ideal wäre Vermiculit, aber auch der Vortragende musste zugeben dass dies für den interessierten Laien, kaum zu bekommen ist.
Variante A) Torf : Sand Gemisch im Verhältnis 1:1 (vorher ev. in der Microwelle feucht steriliseren)
Variante B) Seramis bzw artverwandte Produkte (Von Weihenstephan solls da eine eigene Untersuchung gegeben haben)
Andere mehr oder wenig gut geeignete Substrate sind noch Rogwool (schriebt sich das so?) und etwas auf Styroporbasis.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist eine Wasserbewurzelung nicht abzuweisen, sondern durchaus eine erfolgeiche Methode mache Arten zu bewurzeln. Wichtig ist, regelmässig das Wasser wechseln und den Steckling eintopfen sobald Wurzelansätze zu sehen sind. Nicht Warten bis der Plastikbechher voller Wurzeln ist!
Gute Arten zur Wasserbewurzelung: Brugmansia und Oleander. Letzterer kann zur leichteren Bewurzelung am Stiel etwa 2 cm tief senkrecht eingeschnitten werden.

Schneiden:
Geschnitten wird unterhalb der Nodien (Blattnabe), da dort die meisten von der Pflanze selbst produzierten Auxine vorhanden sind.
Stanley-Messer (Skalpell) sind ungeeignet, da der Übergang von Schneidgrat zum Messerschaft zu abprubt ist.
Geschnitten wird mit einem Okulier- oder Stecklingsmesser, bei diesen ist ein langsamer Übergang über die gesamte Klinhenbreite gegeben. Diese sind auch nur einseitig geschärft, bei einer Nachschärfung ist darauf unbedingt achtzugeben (Abziehstein). Durch die einseitige Schärfung gibt es Messer für Links und Rechthänder. Der Schnitt wird dabei gezogen und nicht gedrückt, dies würde die Pflanzenfasern quetschen (detto auch bei Skalpell).
Das Messer ist nach jedem Schnitt zu desinfizieren. Es genügt eine einzige mit Pilzen befallen Pflanze, um alle nachfolgende ebenfalls zu infizieren. Desinfiziert werden kann mit Alkohol, Merfen oder auch Lysoform.
Chinsol-Lösung kann ebenfalls verwendet werden. Cinosol ist auch zur Behandlung der Umfallkrankheit geeignet.
Angeblich soll auch Kaliumpermanganat verwendet werden, es liegen aber keine eigenen Erfahrungen seitens des Referierenden vor.
Nach dem Schnitt sollten die noch nicht geschnittenen Pflanzenteile in ein Wasserbad gelegt werden, um genügend Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Dabei werden unter Umständen die an der Schnittfläche vorhandenen Auxine herausgeschwemmt, deswegen wird erst danach der eigentlich Steckling vom Pflanzenteil geschnitten. Ausnahme: Pflanzen mit Milchsaft (siehe unten).

Hormon:
Es gibt Hart- und Weichholz Bewurzelungshormon (in Ö: Seradix). Im Zweifelsfall immer jenes für Weichholz nehmen, sonst kann sich ein fast krebsartigeer Kallus entwicklen, der aber nicht zur weiteren Wurzebildung fähig ist.
Immer nur Hartholzbewurzelungspulver kaufen. Der Unterschied zu Weichholz liegt einzig in der Dosierung. Diese kann man selber mit Talkum Puder (Apotheke) verdünnen.

Die Pflanzen:
Bei Ficus Elastica, Lyrata und allen anderen grossblättrigen Pflanzen, sollten die Blätter geschnitten oder eingerollt werden um die Verdunstungsfläche zu vermindern. Nicht gänzlich alle Blätter abtrennen. Die Pflanze braucht weiterhin Resourcen zur Photosynthese.
Callistemon: hat zu wenig eigene Auxine --> Abrisslinge machen
Yucca, Dracaena, Dieffenbachie, Sanseveria: können durch Stammstecklinge vermehrt werden. Dazu ist die Schnittfläche mit Kohlepulver (Aktiv-, Tierkohle) vor Infektion zu schützen. Die Schnitthölzer können senkrecht gestellt werden, aber auch horizontal gelegt. In der horizontalen Lage ist dabei zu achten das die jeweiligen Stammknospen knapp unterhalb der Substratoberfläche zu liegen kommen.
Bei Pflanzen die einen Milchsaft produzieren, sollten die fertig geschnittenen Stecklinge für 1-2 Stunden in ein Wasserbad gelegt werden, da der Milchsaft für die Pflanze die Aufgabe hat, offene Wunden zu verschliessen. Könnte er das tatsächlich tun, wäre eine erfolgreiche Bewurzelung um einiges schwieriger, eventuel sogar umöglich.

Standort
Der Steckling sollte hell stehen, ohne direkte Sonneneinstrahlung. Bester Zeitpunkt ist ab Frühlingsbeginn, da dann genügend Sonnenstunden vorhanden sind. Normale Zimmerbeleuchtung soll Stecklingen ebenfalls genügen. Es ist auf eine hohe Luftfeuchtigkeit zu achten (> 80%). Entweder durch teilweise abgeschlossen Behälter oder, notfalls,
mittels einer Plastiktüte. Die Blätter sollten jedoch nicht die Plastiktüte berühren, da es dort, durch das herabfliesende Kondenzwasser, leicht zu Pilzbefall kommen kann. Die Bodentemperatur sollte mind 25°C betragen.
Dafür sind Heizmatte, Heizkabel oder auch Heizstab, aus dem Aquarien- oder auch Terrarienhandel, geeignet.

Viel Glück
Peter


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